Archiv der Kategorie: Wassersport

Trockenanzug beim Paddeln

Was ist eigentlich ein Trockenanzug ?

Zur Klarstellung vorneweg: es ist hier nicht die Rede von Trockentauchanzügen ! Als erstes soll eine solcher Trockenanzug das tun, was der Name verspricht: Er soll den Träger (oder die Trägerin) trocken halten – und darüber hinaus Wärmeverlust (bzw. Unterkühlung) verhindern. Die Nässe abzuhalten kann einfach den Paddelspass erhöhen, z. B. bei intensiven Wildwasserfahrten oder auch bei Dauerregen. Alleine das man ständig nass ist, wird auf lange Zeit zu Unterkühlung führen. Besonders kritisch wird das allerdings dann, wenn man bei kalten Temperaturen dem Wasser ausgesetzt wird – da kann es auch schnell lebensbedrohlich werden.

Trockenanzug in unterschiedlichen Versionen

Drei Trockenanzüge vom Einstiegsmodel bis zur Oberklasse: Dry Fashion Sailing, Palm Cascade (Frauenausführung) und der NRS Axiom.

Den Schutz vor Wasser erfüllt der Anzug durch wasserdichte Materialien, bzw. Membranen und wasserdichte Abschlüsse an Füssen, Händen und am Hals. Das ergibt aber keinen Kälteschutz, der muß durch eine entsprechende Unterbekleidung – z. B. Fleece – im Trockenanzug erreicht werden. Der Anzug hat durch seine Materialbeschaffenheit keinerlei Wärmeisolation.
Für die Funktion als Trockenanzug ist es natürlich unerlässlich, das kein Wasser eindringen kann, deshalb werden spezielle Reißverschlüsse (z. B. TIZIP MasterSeal oder YKK AQUASEAL) verwendet, sie müssen Wasser- und Druckdicht sein. Arm- und Halsabschluß sind aus Neopren (nicht vollständig dicht, aber möglicherweise angenehmer zu tragen), oder aus Latex gefertigt. Latexabschlüsse sind deutlich dichter aber auch enger. Als Schutz vor UV-Strahlung sollten diese Manschetten besser über Überwürfe aus Neopren verfügen. An den Füßen kann man entweder Abschlüsse oder Füßlinge aus unterschiedlichen Materialien haben. Letztere sorgen für einen trockenen und somit wärmeren, Fuß. Sind aber empfindlich und bedürfen eines besonderen Schutzes (Neoprensocken z. B. die man drüber zieht) um die Langlebigkeit zu erhöhen.
Die Preisspanne solcher Anzüge ist weitgefächert: teils schon für 150.- Euro bis weit über 1500.- je nach Verwendungszweck und Komfortanspruch. Das unterste Preissegment, bei diversen Online-Versandanbietern, sollte man sich wirklich gut überlegen, Qualität hat auch hier ihren Preis. Im eiskalten Wasser und bei Minustemperaturen muß man sich auf seinen Trockenanzug verlassen können ! Beim Material hat man die Wahl zwischen atmungsaktiven und nicht (oder weniger) atmungsaktiven Stoffen … 2, 3, 4 lagig, Gore-Tex oder nicht. Ansonsten ist zu beachten, was man machen möchte – die Häufigkeit der Benutzung ist sicher auch ein Kriterium – und wie viel Wert man auf besonderen „Luxus“ legt: Hosenträgersysteme für bessern Sitz, eingearbeitet Gürtel, zusätzliche Taschen, einen (doppelten) Kamin für die Spritzschürze … … … Alles das schlägt sich natürlich im Preis nieder. Ach ja, eines hätte ich fast vergessen: Wenn man – oder auch Frau – mal muß. Es gibt spezielle Pee-Zips, bei der Männerversion im vorderen unteren Bereich und bei Frauenanzügen hinten quer angebracht.
In Kombination mit einer isolierenden Unterbekleidung, je nach Umgebungstemperatur mehr oder weniger, kann ein solcher Trockenanzug das Überleben sichern. Von (Merino)Unterwäsche, Joggingbekleidung, speziellen Unterziehern, oder einfach der normalen Treckingkleidung, ist darunter ja alles machbar.
So ein Anzug bedarf natürlich auch einer gewissen Pflege. Die Reißverschlüsse müssen sauber und gängig gehalten (Silikonfett) werden, Latexmanschetten regelmäßig mit Talkum einreiben, den restlichen Anzug sauber halten und auf Undichtigkeiten kontrollieren.

Dann gibt es da noch den Mythos zum Thema Sicherheit, der sich hartnäckig hält:

Wenn der Anzug ein Loch hat, dringt Wasser ein und man geht unter !
Das ist, gelinde gesagt, absoluter Blödsinn !!!
Was wiegt Wasser im Wasser ? Richtig immer das gleiche, außerhalb und innerhalb des Anzuges. Warum sollte man also untergehen ? Wasser dringt auch nicht schlagartig durch ein Loch ein, da der Wasserdruck den Anzug an den Körper preßt. Sollte man einen Reißverschluss offen gelassen haben dringt natürlich mehr ein – befindet man sich dann auch noch in der Strömung und hält sich irgendwo fest, geht es natürlich viel schneller – was den Anzug höchstens unbeweglicher macht. Ein Zurückklettern aufs Board oder ins Boot gestaltet sich dann sehr viel schwieriger, oder wird möglicherweise auch unmöglich. Aber man geht nicht unter und kann auch weiterhin schwimmen.
Taucher (in Trockentauchanzügen) sinken aber doch tiefer, wenn sie Wasser in den Anzug bekommen ? Ja, wenn er mit eingebrachter Luft seinen Auftrieb über den Anzug regelt (austariert) und dieser Auftrieb dann wegfällt, sinkt der Taucher, mehr oder weniger schnell – im Gegensatz zum Paddler trägt der Taucher aber auch (Blei)Gewichte.

Bikepacking ? Nein, wohl eher nicht …

Was ist das eigentlich, Bikepacking ?

Es heißt, Bikepacking hätte seinen Ursprung in nordamerikanischen Mountainbike-Langstreckenrennen, sogenannten „Self-Supported Races“. Da man dort keine fremde Hilfe auf den über mehrere Tage andauernden Rennen annehmen durfte, mußte man seine ganz Ausrüstung auf dem Rad mitnehmen. Die Teilnehmer verwendeten aber keine Sattel-, Lenker- und sonstige wackelnden Taschen, sondern banden alles irgendwie an und ins Rad. Damit konnte man auch mal ordentlich durchs Gelände rasen, ohne das einem sein Gepäck um die Ohren flog. Dies setzt natürlich speziele Taschen voraus, auf die sich der Markt auch bereitwillig eingestellt hat. Über die ich aber (noch) nicht verfüge.

Mein Gravelbike mit Gepäck - also Bikepacking

Also warum sage ich dann „… wohl eher nicht ..“ ?
Weil es mir nicht darum geht möglichst viel Gepäck, möglichst leicht, am Rad unterzubringen. Ich will mein notwendiges Geraffel irgendwie aufs Bike bekommen, im Zweifelsfall sogar in den (eigentlich) verpönten Rucksack. Beim Gepäck geht es in erster Linie ums Boot und erst dann, bei Mehrtagestouren, um die nötige Ausrüstung zum Übernachten. Ach ja, die Verpflegung ja auch noch – nicht das mir der Kaffee vergessen wird.

Ich mit Rucksack auf dem Rad

Mein Stichwort ist daher: Bikerafting (aber das kommt ja noch) !

Packraft auf dem Gravelbike

Paddeln mit Minimalsetup – für mich schon fast UL

Minimalsetup – was meine ich damit ?

Nach unserem schwerbepackten Spreewaldausflug mit ca 20 kg auf dem Buckel, startete ich heute mal aus einer Laune heraus, mit so wenig wie möglich, Minimalsetup eben. Gut, sollte ja auch nur ein kleiner Nachmittagsausflug an den Otto-Maigler-See werden – nur mal schnell 1 Stündchen paddeln.

Paddelzubehör im Minimalsetup auf der WaageDafür reichte dann auch der 30 Liter Drybag, erweitert um 2 Rucksacktragegurte und 2 lange Spannriemen, um den Sack mit Paddeln und weiterem Zubehör an der Vorderseite zu befestigen. Da das Experiment sich als praktikabel herausgestellt hat (paßt sicher auch aufs Fahrrad), werde ich die Befestigung für das Zubehör noch anpassen … so im StilPaddelzubehöer an der Bushaltestelle der Hiko Rucksäcke vielleicht. Das ganze hatte dann ein Gewicht von 6,7 kg und beinhaltete das Boot, die Paddel, Finne, Luftpumpe, Blasesack, Rückenlehne … ach ja, und einen Lappen. Es kämen, je nach Wetterlage und/oder  Vorhaben, noch Süllrandgestänge (160g) und Spritzschürze (330g) hinzu. Wie ich da evtl. noch meine Schwimmweste befestige … mal schauen. Etwas zu Trinken muß ja auch noch mit, wenn’s nicht nur für eine Stunde ist.

Ist sicher nicht UL, aber schon sehr leichtgewichtig – und reicht tatsächlich für einfach nur paddeln völlig aus.

Blick über den Otto-Maigler-See

Unsere erste Tour durch den Spreewald

Der Spreewald – eine (Sagen)Landschaft im Wasser

Janine mit RucksackNun sind wir schon wieder eine Weile von unserer ersten Mehrtagestour zurück: mit Packrafts durch den Spreewald. Wir haben in den letzten Tagen darüber nachgedacht, wie es gelaufen ist und wie es beim nächsten Mal evtl. sein sollte.

Auf jeden Fall anders planen: weniger Gepäck und die Verpflegung selber machen. Mehr Zeit haben. Die Fahrt mit Regionalzügen war ja nicht schlecht, wenn da nicht die Umsteigerei gewesen wäre – und das mit ca 20 kg Gepäck. Reisegepäck im ZugDer Spreewald selbst ist einfach traumhaft, ist also wieder das Ziel der Wahl. Durch die Fließe paddeln, das Farben- und Lichtspiel genießen. Auch auf der Spree war es sehr beschaulich. Nicht so wie eine Fahrt auf dem, dagegen schon wilden, Rhein. Diese Eindrücke machten so manchen Stress wieder Fließ im Spreewaldwett. Wenn wir uns dann nicht auch schon  von Anfang an völlig verschätzt hätten, was die zu bewältigende Strecke betrifft. Die körperliche Anstrengung, bei teilweise sehr schwülen Hochsommertemperaturen, hatten wir so nicht berücksichtigt. Gingen wir doch davon aus, dass die Fahrt auf den Gewässern – so fast ohne Strömung – sehr viel einfacher wäre, als z. B. auf dem Rursee bei heftigem Gegenwind. Es kam dann aber am Mittwoch ganz anders und statt in den Booten erreichten wir unseren Campingplatz per Taxi. Aber das kann man an dieser Stelle ausführlicher lesen.

Als Fazit bleibt zu sagen: Wir tun es ganz bestimmt wieder, Zwei beladene Packrafts an der Schleuseder Spreewald hat uns wirklich gepackt. Es soll dort ja auch im Winter sehr schön sein.

Im Wohnfass schlafen und bei Frost durch den winterlichen Wald paddeln … … …

 

Die ersten bewegten Bilder sind bereits auf Youtube:

 

Auch das 2. Video zur Packrafttour im Spreewald ist jetzt online:

Was, das Bötchen braucht einen Namen ?

Einen Namen finden ist nicht leicht

Jetzt ist es auch bei meinem Packraft so weit, es bekommt endlich einen Namen. Denn wer auf Bundeswasserstrassen fahren möchte, der muß auch sein Klein(st)fahrzeug benennen. Aber in der BinSchStrO steht doch das mein Kanu/Kajak keine Kennzeichnung braucht ? So wird das gerne verstanden ja, aber es wird dabei ein  Punkt übersehen: es bedarf keines amtlich eingetragenen Namens, aber eine Kennzeichnung/ ein Name muß sein. Der Bootstyp/die Herstellerfirma reicht da nicht.

Die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO) besagt folgendes:

§ 2.02 Kennzeichen der Kleinfahrzeuge

  • 1. Sofern ein Kleinfahrzeug nicht auf Grund besonderer Bestimmungen ein amtliches oder amtlich anerkanntes Kennzeichen führen muss, ist sie, mit Ausnahme eines Segelsurfbretters, wie folgt dauerhaft zu kennzeichnen:
    • a) mit seinem Namen […] Der Name ist auf beiden Außenseiten des Kleinfahrzeugs in gut lesbaren mindestens 10 cm hohen lateinischen Schriftzeichen anzubringen. In Ermangelung eines Namens für das Kleinfahrzeug ist der Name der Organisation, der es angehört, oder deren gebräuchliche Abkürzung, im Falle mehrerer Fahrzeuge der Organisation gefolgt von einer Nummer in arabischen Ziffern, anzugeben. Die Schriftzeichen müssen in heller Farbe auf dunklem Grund oder in dunkler Farbe auf hellem Grund angebracht sein. …
    • b) mit dem Namen und der Anschrift des Eigentümers. Der Name und die Anschrift des Eigentümers sind an der Innen- oder Außenseite des Kleinfahrzeugs anzubringen.

Das gilt auch auf den Wasserstraßen, die eine eigene Schifffahrtsordnung haben (Rhein, Mosel, Donau) und auch im Spreewald.

Also womit ein Packraft beschriften ?

  • Klebefolie
  • Einzelne Klebebuchstaben
  • Lack
  • Edding o. ä. Stiffte

Fangen wir mal mit Edding und Co an. Mit Spiritus soll man sein Boot ja auch fettfrei machen, also kann Alkohol das TPU doch eigentlich nicht schädigen ? Warum also nicht mit einem solchen Alkoholstift den Namen aufs Boot malen ? Ob das dauerhaft keine Schädigungen auslöst, sagt einem niemand verbindlich. Wie dauerhaft es ist, steht auch in den Sternen (ok, kann man immer wieder nachmalen, kostet so gut wie nichts). Wie schön es letztendlich aussieht … hmmm.

Die Lacklösung. Eine Schablone in der gewünschenten Schrift und Größe –  selber machen oder evtl kaufen – und los geht’s. Halt, welchen Lack soll man verwenden ? Das Angebot ist ja riesig. Aber leider blieb man mir auch da eine konkrete Ansage bezüglich der Verträglichkeit schuldig. Ich las im Wiki von faltboot.org den Hinweis auf Texylon 58000 und fand in den Produktdatenblättern „…  Für beschichtete und wasserundurchlässig behandelte Stoffe nach Eignungsprüfung.  …“ Wie sähe die aus ?

Rolle mit SelbsklebebuchstabenWas bleibt also ? Folien oder Folienbuchstaben, richtig. Aber auch hier könnten die verwendeten Kleber evtl. eine Schädigung der Beschichtung verursachen. Außerdem werden die Folien sehr starker Belastungen ausgesetzt. Zu Sonne, Wärme und Wasser kommt das ständige Knicken und Rollen. Es gibt speziele Folien für (Kunststoff)Boote, die halten natürlich den Umwelteinflüsse stand, dafür sind sie gedacht – aber die speziellen mechanischen Belastungen bei unseren Booten ? Da gab man mir beim Händler meines Vetrauens den Tip, das sie mit den Folien von Folienplot24 sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Die hab eich mal angeschrieben nachdem ich auf ihrer Seite geguckt habe, was da möglich sein könnte. Die Oracal 951 sagte mir am ehesten zu und das wurde auch bestätigt. Aber mit dem erwarteten Hinweis: bei dieser Form der Belastung könne natürlich niemand sagen, wie MRS Nomad S1 mit dem Namen CRABANlange die Buchstaben halten werden. „Versuch macht kluch“ und so gestaltete ich mir online (der Konfigurator funktioniert absolut idiotensicher 🙂 ) meinen Schriftzug (x2) und harret der Dinge, die da kommen sollen. Die Lieferung war rasend schnell und ich konnte loslegen. Boot reinigen, mit Spiritus entfetten und die gewünschte Position des Namens festlegen. Das Abdeckmaterial lösen und die Trägerfolie auf legen. Nun langsam die Trägerfolie mit den Buchstaben aufs Boot aufbringen. Achtung: auf die Rundungen des Bootes achten und Knicke in den Buchstaben vermeiden. Das Ganze mit einem Rakel gut anreiben und dann die Trägerfolie vorsichtig entfernen.

Das hat bei mir sehr schön funktioniert und auch schon zweimal Wasser überstanden.

MRS Nomad S1 auf dem See

Ach ja, als Notlösung kann man sich auch mit Buchstaben aus Kreppband (Malerkrepp) helfen, die sind gut wieder ablösbar und halten eine gewisse Zeit. Bei meiner ersten Fahrt auf dem Rhein hielt die „1“ wunderbar.

Rheinnomaden

Mein MRS Nomad S1 auf dem Rhein

Nein, es sind keine Berber oder Hunnen auf dem Rhein eingefallen, ich mache den nur jetzt mit einem MRS Nomad S1 unsicher. Meine erste Fahrt von Köln Sürth (Nato-Rampe) bis nach Niehl (am Niehler Hafen) war ein sehr schönes Erlebnis. Da ich dies nicht einfach so alleine angehen wollte, fand sich in RB Adventuresports ein Veranstalter in Köln, der Packraft-Touren auf dem Rhein anbietet.

So begab ich mich dann in kundiger Begleitung auf meine erste Fahrt auf dem großen Strom – der mir ja als Fluß so kein Unbekannter ist, auch die Schiffe auf dem Rhein sind in ihren Dimensionen keine unbekannten Größen. Aber Hallo – in einem 3-Meter-Packraft sieht das alles wieder ganz anders aus ! Wenn man auf den, teilweise recht hohen, Wellen tanzt un ddas unbeladene Schiff über einem aufragt … ok, die sind immer noch eine ganze Ecke entfernt, aber das hat schon was. Auch der Wind, der immer wieder aufkam … es war ab und an schon mit etwas Arbeit verbunden.

Gegen 19 Uhr hatten wir 20 km hinter uns gebracht und bauten unsere Boote wieder ab und verstauten sie. Ich war total begeistert, das war ein sehr schönes Erlebnis und wird nicht meine letzte Fahrt auf dem Rhein gewesen sein. Der Fluß ist ja noch lang.

 

 

Auch mal einen anderen Anbieter ausprobieren: current-raft Rodeo

Kennt jemand current-raft ?

Bei der ganzen Recherche im Internet stößt man natürlich auch auf solche Namen wie Alpaka, Nortik, GP und auch Kokopelli – damit sind noch lange nicht alle genannt – und so landeten wir dann bei current-raft, deren Preise irgendwie einer ganz anderen Dimension anzugehören schienen. Beim Sichten der Seite sahen wir die Möglichkeit auch hier mal ein current-raft Rodeo und MRS Nomad S1 am UferPackraft zu leihen, um das Boot zu testen. Wir wollten die Dinger zu dem Preis auch mal „befummeln“. Also orderten wir uns das Rodeo (die Spritzdecke gab den Ausschlag) für ein Wochenende (bekamen aber leider wohl nur ein Vorserienmodell, da es in der Konstellation nicht anders ging, was uns aber nicht schreckte) um es auf unserem „Haussee“ und vielleicht auch an anderen Orten auszuprobieren. Die Meinungen von meiner Frau und mir gingen im Bezug auf das Einsatzgebiet des Boote allerdings etwas auseinander. Auf der Webseite wird das Rodeo als Allround-Packraft empfohlen, die eigentliche Beschreibung zum Boot sagte da aber etwas ganz anderes. Also wollten wir es ausprobieren.  Waren wir ja von TrekPack in Sachen Liefertermin schon verwöhnt, current-raft setzte noch einen drauf –  an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die extrem schnelle Lieferung. So konnten wir doch noch Spass mit demJanine paddelt das Rodeo Boot haben, auch wenn danach alles anders kam als geplant. Auf dem Wasser zeigte sich das Boot so wie ich es erwartet hatte. Wenn ich es charakterisieren sollte, würde ich es als verspielt bezeichnen. Extrem wendig und spurtstark, gut zu beherrschen. Im Whitewater (so man da zuhause ist) sicher ein Genuß. Aber für unsere Vorhaben eher nicht das richtige Boot. Das Sülrandgestänge läßt sich leider nicht mal eben im Rucksack verstauen. Ansonsten machen die verwendeten Materialien Ein Packraft auf dem Otto Maigler Seeeinen hervorragenden Eindruck (wenn es auch alles etwas härter anmutet, als das bisher gesehene). Aber auch an der Verarbeitung gibt es nichts zu kritisieren.

 

Unser Fazit: Hätten wir eine andere Zielsetzung und andere Gewässervorlieben, wäre das was.

Ein paar technische Daten:

Maße:
Außenlänge: 255cm oder 275cm
Innenlänge: 115cm oder 135cm
Außenbreite: 94cm
Innenbreite: 38cm
Schlauchdurchmesser: 28cm

Traglast: 170kg/180kg
Packmaß (ca.): 26l/29l
Lukengröße: 45cm x 72cm

Gewichte
Packraft 420DSchläuche/840D Boden: 3400g
(inklusive Süllrand, Befestigungen, Ventil)

Ein weiterer Test, der MRS Alligator

Die Echse von Anfibio: der MRS Alligator in der Version 2S

Drum prüfe, wer sich ewig bindet – damit meinte Schiller kein Boot, aber auch da haben diese Worte sicher eine Berechtigung. Wieder fand ein Karton von TrekPack den Weg zu Janine im MRS Alligatoruns, diesmal mit einem Alligator. Leider nicht der Alligator 2S Pro in der XXL Version, sondern nur das „einfache“ Reptil. Die ersten Testfahrten zeigten ein äußerst agiles und stabiles Boot, das auf jeden Paddelschlag reagiert. Es ist sehr rasant zu beschleunigen und verfügt mir Skeg trotzdem über einen schönen Geradeauslauf. In Sachen Wendigkeit wirkt mein Nomad dagegen geradzu behäbig. AuchHelmut paddelt den Alligator dieses Packraft wollten wir dann auch über den großen See jagen und mal gucken, wie sich die Echse dort schlägt.

Am Rursee angekommen bauten wir, bei heraufziehenden dunkeln Wolken, unsere Boote auf und machen uns bereit aufs Wasser zu gehen, es sollte ja erst in etwas mehr als einer Stunde regnen. Auch die anderen Menschen um uns herum ließen sich nicht beeindrucken, warum also wir ? Los ging es dann bei viel weniger Wind als beim letzten Mal und der Alligator bewies, dass man mit ihm auch richtig Strecke machen kann. Wir kamen viel schneller voran als bei Regenwolken über dem Rurseeunserer ersten Fahrt, genoßen es auch mit dem einsetzenden Regen. Der hielt aber nicht wirklich lange an und bei Sonnenschein ging es gute 10 km über den See.  Alligator und Nomad ließen sich schön in gemütlichem Tempo über den See paddeln. Ohne uns anzustrengen konnten wir ca 4 km/h wunderbar halten.

Unser Fazit: Ein tolles Boot, das sehr agil und schnittig ist. Wunderbar für längere Touren, aber sicher auch schön „verspielt“ im wilden Wasser.MRS Alligator 2S am Ufer

Ein paar technische Daten:

Gewichte:
Boot: 2900g (inkl. Persenning/Verdeck)
Schürze / Süllrand: 330g / 160g
Sitz / Lehne: 180g / 120g
Boot komplett: 3690g
Maße:
innen
Länge: 132cm
Breite: 33cm
außen
Länge: 256cm
Breite: 87cm
Wasserline: 195cm
Schlauchdurchmesser: 27cm
Packmaß: ca. 40 x 25cm
längstes Süllrandsegment: 60cm
Zuladung: 140kg
Rumpfgeschwindigkeit: 5km/h

Der Rursee in der Eifel

Das Wassersportparadies bei Heimbach: der Rursee

Der Rurstausee im Nationalpark Eifel ist ein Naherholungsparadies besonderer Güte. Die große Wasserfläche in einer malerischen Landschaft lockt natürlich Wassersportler aller Couleur – und so auch uns. Wenn man schon 2 Packrafts zur Verfügung hat – wir hatten uns bei Trekpack ein Anfibio Rebel 2K geliehen – dann will man damit ja nicht nur auf dem Otto-Maigler-See fahren. Wir überlegten uns ein Ziel, welches nicht zu weit weg sein sollte und kamen auf den Rursee. Also fuhren wir bis Heimbach, kauften uns dort im Nationalpark-Tor die notwendige Plakette zur Befahrung des Sees und von dort ging es dann nach Eschauel, wo man am Beach Club wunderbar ins Wasser einsetzen kann. Kostet oberhalb vom See eine kleine Parkgebühr, dann läuft man so ca 2 km bis zum See, entrichtet dort noch einen Obulus für die Strandbenutzung und los geht’s.

Ein Blick auf den Rursee von eschauel aus

Es war sehr windig und für den Tag Böen bis 45 km/h angesagt, aber davon ließen wir uns nicht schrecken und stachen frohen Mutes in See. Da auf dem Rursee aber die Rursee-Schiffahrt verkehrt, muß man ja auch nur bis zu einem der Anleger kommen und kann auch so die Rückreise antreten. Nachdem wir es gute 5 km gegen den Wind und die Wellen geschafft hatten und unser eigentliches Ziel noch in weiter Ferne lag, querten wir den See und steuerten den nächstgelegenen Bedarfsanleger an. Von dort ging es mit dem letzten Schiff des Tage zurück nach Eschauel.

Damit war unser erster Tag auf der Rurtalsperre eine sehr schönes, wenn auch verdammt stürmisches Erlebnis.

Man sollte sich ja nicht nur eines ansehen, also auch noch das Anfibio Rebel 2K

Ist dieses Boot ein echter Rebel ?

Packraft mit dem Pumpsack aufblasenMir war nach dem Microraft schon klar welches Boot ich haben möchte, aber Janine wollte doch lieber noch ein etwas größeres, in klassischer Form, testen. Es bestach durch ein besonders geringes Gewicht, auch für ein Packraft. Außerdem gibt es das Rebel 2K mit einem ganz besonderen internen Packsystem, welches wir aber bei dem Leihboot leider nicht testen konnten, da es bei TrekPack wohl in der Form nicht ausleihbar ist. Die Größe des Packsacks war jetzt nicht mehr so überraschend, wohl aber das Gewicht – ein echtes Leichtgewicht.

Das Anfibio Rebel 2K wollten wir jetzt ausgiebiger testen, bescherte uns der Feiertag doch ein richtig langes Wochenende. Also ging es dann nach ersten Versuchen auf dem Otto-Maigler-Paddeln im Anfibio Rebel 2KSee zum Rursee in die Eifel. Die See-Dimenson gleich einmal verzehnfachen ! Bei starkem Wind und Böen um 45 km/h paddelten wir frohen Mutes und voller Ehrgeiz durch die Fluten des Eifelstausees. Es war ein herrlicher Tag mit Sonnenschein. Uns war schnell klar, für den Rückweg würden wir eines der Fährschiffe der Rursee-Schiffahrt nutzen, mal gucken bis wohin wir gepaddelt bekommen. Das Rebel ist dann wirklich nicht das schnellste Boot im Shop und bei Wind dreht es sehr schnell bei. Im Packraft auf dem stürmischen RurseeAber Janine hielt tapfer durch und so kämpften wir uns, mit der einen oder anderen Zickzackfahrt, gute 5 km durch Wind und Wellen. Erschöpft, aber durchaus glücklich, packten wir irgendwann unsere Boote an einem steinigen Ufer wieder in die Rucksäcke und stapften Richtung Bedarfsanleger Kermeter, wo uns dann das letzte Schiff des Tages einsammelte. Von unserer Einstiegsstelle noch ein kurzer Weg bergauf zum Auto und ab Nachhause.

2 Tage später befuhren wir dann auch noch die Erft, um das Verhalten des Bootes auf einem Fluß zu erleben: es lief nicht weniger gut.

Fazit zum Anfibio Rebel 2K: Ein wirklich tolles Boot, wenn es um Wanderungen mit einem kleineren Paddelanteil geht, das geringe Gewicht und das kleine Packmaß sind wunderbar um es noch zusätzlich einzupacken. Aber wenn der Schwerpunkt auf ausgedehnten Paddeltouren liegt, wäre es nicht unsere erste Wahl.  Es ist wunderbar geräumig2 Packrafts am Ufer und mit dem zusätzlichen Stauraum bekommt man sicher auch viel Gepäck unter. Der Sitz ist, nach dem Erlebnis mit dem Microraft, saubequem.

Ein paar technische Details zum Boot:

Gewichte:
• Boot ohne TubeBags: 2055 g
• Boot mit TubeBags: 2645 g
• Sitz: 315 g (abnehmbar)
• Packriemen: 25 g
• Blasesack: 100 g
• Reparaturmaterial: 20 g

Maße:
Innen
• Länge: 127 cm
• Breite: 37 cm
Außen
• Länge: 231 cm
• Breite: 91 cm

Wasserlinie: 220 cm
Schlauchdurchmesser: 27 cm
Packmaß:
ohne TubeBags: ca. 30 x 20 cm
mit TubeBags: ca. 30 x 25 cm
Zuladung: 150 kg
Geschwindigkeit: 4,5 km/h

Das Video vom Rursee findet ihr im Beitrag  „Der Rursee in der Eifel“

Die Entscheidung war schnell gefallen, das MRS Nomad S1

Geht in Richtung klassischer Kanadier, so dachte ich mir das auch: MRS Nomad S1

Die ersten Versuche mit dem Microraft, die Recherchen in Artikeln im Internet und diverse Youtube Videos kristallisierten sich zu einem Boot: das MRS Nomad S1 – dem light fehlt Das MRS Nomad S1die Spritzdecke, fiel also somit aus. Die Qual der Wahl war dann die Farbe: grün … nein. Rot wäre schön auffällig, aber das Lied mit dem knallroten Gummiboot. Ok, da blieb nur noch blau. Der Anfibio Packrafting-Store lieferte echt schnell und schon ging es zu ersten Testfahrten auf den Otto-Maigler-See.

Der erste „richtige“ Einsatz sollte dann ja auch nicht lange auf sich warten lassen, eine Fahrt gemeinsam mit Janine im Anfibio Rebell 2K auf dem Rursee. Bei dem heftigen Wind Stapellauf des Packraftskonnte das Nomad seine Schnittigkeit und höhere Endgeschwindigkeit wunderbar ausspielen –  es machte richtig Spass, Wind und Wellen die Stirn zu bieten. Das Boot fährt sich auf einem See wunderbar und hat einen schönen Geradeauslauf – mit verbautem Skeg, versteht sich. Man sitzt sehr bequem und hat noch Stauraum hinter dem Sitz für einen Tages- oder nicht zu vollen Treckingrucksack. Dazu kommt jetzt meine Planung, für eine Mehrtagestour vorne noch ein 40 l Bowbag  und auf dem Heck das Anfibio Deckpack. Damit sollte dann Stauraum zu genüge sein. Ich muß ja auch erst einmal alles zum See oder Fluß geschleppt haben. Nach Paddeln im Packraft auf dem Seedem Rursee wollten wir das ganze natürlich auch noch auf einem Fluß ausprobieren und hatten eine ca 8,5 km lange Tour auf der Erft geplant. Auch da zeigte sich das Nomad als das Boot, was ich mir vorgestellt hatte. Danach folgten noch weitere Fahrten auf dem Otto- Maigler-See und meine erste Tour auf dem Rhein.

Mein Fazit: Das Nomad ist ein schnelles und bequemes Packraft mit sehr gutem Geradeauslauf. Gewicht und Packmaß sind auch für längere Strecken zum Gewässer noch gut zu händeln – also ein echtes Packraft.

Ein paar technische Daten:

Gewichte:
Boot: 3530g (inkl. Persenning/Verdeck, ohne ISS2)
Schürze / Süllrand: 330g / 160g
Lehne: 290g, Sitz: 250g

Boot komplett:4560g (ohne ISS2)
Maße:
innen
Gesamtlänge: 170cm
Sitzlänge: 130cm
Breite: 33cm
außen
Länge: 295cm
Breite: 87cm
Wasserline: 270cm
Schlauchdurchmesser: 27cm
Packmaß: ca. 40 x 30 cm
längstes Süllrandsegment: 60cm
Zuladung: 190kg
Rumpfgeschwindigkeit: 6km/h

Welches Packraft soll es werden ?

Oder soll ich mir überhaupt ein Packraft kaufen ?

Ich brauche ja etwas, das ich ohne Auto einfach transportieren kann, da wären diese Boote genau richtig. Nun gibt es aber doch eine ganze Menge unterschiedliche Boote und auch diverse Anbieter. Aber das schrieb ich ja schon. Bei den Versuchen zur Entscheidungsfindung wurde auch gleich mal die GoPro ausprobiert …

 

Eingetaucht in die Welt der Packrafts: MRS Microraft

Jetzt sind fast 2 Monate vergangen, seit ich beschlossen hatte mich ausgiebig mit dem Thema Packraft zu beschäftigen und es hat sich für mich wirklich gelohnt. Klar hat man anfangs Zweifel, besonders bezüglich der Stabilität, aber manches erledigt sich einfach Mit dem Boot im Rucksack unterwegsbeim Gebrauch. Inzwischen habe ich mehrere unterschiedliche Boote ausprobiert, nicht nur Anfibio und MRS, auch Current Raft lieh uns ein Testobjekt. Schnell war mir klar in welche Richtung mein Boot gehen sollte, nicht das White Water lockte mich, sondern ein Tourer (der durchauch auch mal WW 2 verträgt) sollte es sein. Optisch muß das Boot schon etwas von Kajak bzw Candier haben. Eine Spritzdecke sollte vorhanden und evtl. aufrollbar sein. Die ersten Versuche machte ich (und die Frau des Hauses konnte dann natürlich auch nicht nein sagen) mit einem MRS Microraft und war begeistert ob des kleinen Packmaßes: das Boot plus Zubehör kam in einem 60 l Rucksack. So hatte ich mir das vorgestellt: alles notwendige Geraffel auf dem Rücken und dann los in Richtung Gewässer. Auf dem See zeigte das Boot dann seine Wendigkeit und wie stabil so etwas auf dem Wasser liegt, mal eben umkippen war nicht. Ich hatte auch beste Bedingungen, um michDas MRS Microraft von der Drehfreudigkeit und Windanfälligkeit zu überzeugen – es herrschte ein fantastischer Gegenwind.

Nach einem Wochenende mit diesem Boot kamen wir beide zu dem Schluß, ein Packraft muß es sein. Für mich brachte es die Unabhängigkeit vom Auto und Janine genoß es auch, darin auf dem Wasser zu sein –  was ihr im Canadier ja nie so richtig gelungen ist.

Im Packraft paddelnAls Fazit könnte man sagen: Das Microraft besticht durch kleines Packmaß und relativ geringes Gewicht, sehr wendiges Fahrverhalten und in der L/XL Variante bietet auch mehr als genug Platz für jemanden mit 1,78 m Körpergröße. Die Art der Spritzdecke ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig und im Nachhinein muß ich sagen, nie ohne Skeg kaufen ! Ein wirklicher Negativpunkt ist lediglich die Art der Sitzbefestigung: bei Fahrten auf dem sommerlichen See, also nur in Badehose, schnitten die seitlichen Befestigungen sehr stark ein (auch bei sehr dünnen Hosen war das zu bemerken). Das ist nichts, was man über Stunden ertragen möchte ! Auch die aufblasbare Chillen im MRS MicroraftRückenlehne ist jetzt nicht das beste in Sachen Bequemlichkeit. Die Reisegeschwindigkeit, na ja. Aber Rennboote sind Packrafts ja eh nicht, wer übers Wasser eilen möchte, sollte sich bei anderen Booten umsehen.

Aber es bleibt ein nettes, wendiges Bötchen, in dem man auch mal wunderbar chillen kann.

Ein paar technische Daten:

Gewichte:
Folgende Gewichtsangaben in der Reihenfolge: Größe S/M (abnehmbare Spritzdecke) /Größe L/XL (abnehmbare Spritzdecke)
Boot: 2400g/2600g
Schürze: 360g/380g
Sitz: 180g/250g
Lehne: 60g

Boot komplett: 3000g/3290g

Maße:
Folgende Maßangaben in der Reihenfolge: Größe S/M / Größe L/XL
innen
Länge: 124cm/130cm
Breite: 31cm/32cm
außen
Länge: 233cm/255cm
Breite: 82,5cm/88cm

Wasserline: 175cm/190cm
Schlauchdurchmesser: 26,5cm/28cm
Packmaß: ca. 30 x 20cm/35 x 25cm
Zuladung: 120kg/150kg
Geschwindigkeit: 4,5km/h

Ermöglicht wurde dieser Versuch (und auch noch die folgenden) durch die Firma TrekPack, die sich auf den Verleih unterschiedlicher Packrafts der Marken MRS und Anfibio spezialisiert hat.

Was nicht über Bord gehen soll …

… muß man anbinden.

Da sind zum Beispiel Handy und GoPro, bei denen ich mir immer Gedanken mache, wie ich vermeide sie zu verlieren. Das Handy benutze ich häufig doch etwas sorglos und gehe da Risiken ein. Wenn es einfach so auf dem Spritzdeck liegt, könnte es schon wie auf einem Trampolin von Bord katapultiert werden –  es braucht nur die richtige Welle. Die GoPro ist zwar gesichert, wenn sie auf dem Schwanenhals ist, aber was ist beim Akkuwechsel ? Richtig, da habe ich sie einfach nur in der Hand. Also galt es da etwas zu tun …

Sicherungspad für HandyBeim Handy läßt sich ja auf fertige Produkte zurückgreifen und sei es so ein wasserdichter Plastikbeutel. Wenn das Handy schon wasserdicht ist (ist es, habe ich schon eingehend getestet), dann wollte ich darauf auch verzichten, machen sie die Bedienung doch nicht einfacher. Janine machte mich auf genau das richtige Produkt aufmerksam: ein PE-Pad mit einer kleinenHandy mit Lanyard gesichert Lasche, an der ein D-Ring befestigt ist. So etwas wie dieses hier. Das ganze wird im Bumper verklebt und die Lasche durch die Öffnung für den USB-Stecker geführt. Die Lasche ist dünn genug, um den Stecker nicht zu behindern. Das ganze funktioniert wunderbar.

 

Für die GoPro scheint es tatsächlichts nichts adäquates zu geben, um die Kamera zu sichern, wenn man sie aus dem Gehäuse oder Rahmen nimmt – zumindest habe ich nichts dergleichen gefunden. Aber so ein Haushalt, in dem eine schneidernde Frau zuhause ist, hat immer irgendwelche Stoff-Fummel-Pröbchen herumfliegen. So auch bei uns, sie wurden für andere (Outdoor)Zwecke geordert und dabei war dann auch genau das richtige Material vorhanden. Ein Ripstop-Nylon, GoPro mit Lanyard gesichertaus dem sich ein kleiner Patch schneiden ließ, einen Spalt in die Mitte und dadurch eine kleine Schlaufe des gleichen Materials ziehen, auf der Rückseite verkleben und trocknen lassen. Das ganze Konstrukt habe ich mir dann unten auf die Vorderseite meiner GoPro geklebt (UHU plus schnellfest 2K). Mittels Karabiner wird dann ein Band befestigt und schon ist die Kamera auch beim Akkuwechsel gesichert.

Ich fahre Packraft. Häh, was machst Du ?

Unwissende, oder auch manchmal böse Menschen, setzen Packrafts ja mit Schlaubooten gleich. Zugegeben, so ein Badeboot besteht auch aus einem – oderen mehreren – Luftschläuchen, das haben sie durchaus mit einem Packraft gemein.

Man kann auch noch andere Gemeinsamkeiten finden, z. B. die geringere Spurtreue, bzw Drehfreudigkeit, auch die Anmutung von „Gummiboot“ und den damit verbundenen Eindruck von Empfindlichkeit. Aber … nein, es sind wirklich nicht einfach „Schlauchboote“ ! Auch wenn wir noch vergleichsweise wenig von diesen Booten gehört haben – zumindest in Deutschland – so ist die eigentliche Idee schon sehr alt:

Bereits Im Jahr 1844 erdachte Sir Peter Halkett, ein Lieutenant der Britischen Navy, ein „Cloak-Boat“ oder auch „Cloth-Boat“. Wobei „Cloth“ sich auf zwei Dinge bezog: es war das erste aufblasbare Boot überhaupt und nur aus Stoff (Cloth). Es war aber auch tatsächlich ein Kleidungsstück (Cloth), nämlich ein Mantel (Cloak) aus India Rubber (Kautschuk). Halketts Boot wurde als Mantel getragen und als Boot gefahren, vornehmlich in der kanadischen Wildnis, Packrafting wie wir es auch heute definieren würden. Ein Spazierstock wurde zum Paddel und ein Schirm diente als Segel – also auch noch multiuse, der Mann war seiner Zeit absolut voraus.

Den kommerziellen Grundstein legte im Jahr 1913 der Berliner Hermann Meyer, welcher „ein beidseitig benutzbares, aufblasbares Wasserfahrzeug“ patentrechtlich schützen ließ. Auch wenn dies noch nicht den Kriterien von heute entsprach, war es doch ein transportables Wasserfahrzeug. Die Entwicklung ging dann aber in eine ganz andere Richtung, die Gummi-Boote wurden größer und immer schwerer. Eine kleine Fan-Gemeinde blieb den kleinen, transportablen Booten aber durchaus erhalten. In den 70er Jahren tauchte dann der Begriff Packraft auf, um dann Anfang der 2000er Jahre eine Wiedergeburt zu erfahren. Neue Materialen und ebensolche Techniken ermöglichten völlig neue Wege: leichter und kleiner. Ein Boot für den Rucksack und den See/Fluß, inklusive Wildwasser. Seit 2015 etwa verließen Packrafts ihre Nische, der Markt öffnete sich und erreicht immer mehr Menschen.