Archiv der Kategorie: Ausrüstung

Das Walther MTK Multi Tac Multitool

Als James Bond Fan kommt man ja an der Marke Walther nicht vorbei und wenn schon keine Walther PPK, dann wenigsten aber ein Multitool !

Zu der legendären Waffe des britischen Agenten muß ja wohl kein Wort mehr verlieren, aber Walther hat ja auch noch Messer und Multitools zu bieten – was mir überhaupt nicht bewußt war. Als ich das sah, mußte ich doch gleich mal gucken, was mir gefallen würde. Ein einfaches Taschenmesser … hmm, nein. Multotools habe ich schon einige ausprobiert, Leatherman™ waren mir bisher allerdings immer viel zu teuer. Was würde ich an einem Multitool wirklich brauchen ?
– Messer
– Dosenöffner / Kapselheber
– Schraubendreher (Schlitz & Kreuz)
– Zange

Eine Ahle wäre nett, eine Schere wäre auch nicht verkehrt. Säge brauche ich am Messer nicht. So blätterte ich bei Walther durch die Messer und Multitolls bis ich das MTK Multi Das Walther MTK MultitoolTac (Tactical Messer und Tool) fand. Keine Ahle und auch keine Schere – aber eine Zange, die so aussieht als könnte sie richtig zupacken. Dazu noch etwas, was ich mit einem Multotool auch noch nicht so ernsthaft in Verbindung gebracht habe: Schrauberbits. Also nicht nur Kreuz und Schlitz, sondern auch endlich mal Torx für unterwegs (ja, habe ich tatsächlich schon des öfteren vermißt !). Natürlich guckt man heutztage dann ja auch rum, was andere so dazu sagen. Gutes und schlechtes, wie sollte es anders sein. Aber für den Preis … einfach mal angucken.

Die Verpackung ist ja schon mal ein Blickfang, finde ich und dann das Gewicht – nein, UL geht damit nicht. Aber eines spürt man sofort: das Multitool ist robust. Das Messer steckt in einem soliden textilen Holster, welches man am Gürtel befestigen kann. Das ganze Messer ist in schwarz gehalten, mit dem Die Verpackung des Walther MTKtypischen Walther Schriftzug auf den Aluminiumgriffschalen. Sehr auffällig, der Hebel für die Zange, der Daumenpin für die Klinge und am unteren Ende der Scheibensprenger (ob’s den wirklich braucht ?). Als Einhandmesser ist das Messer nicht mehr §42a (Führverbot WaffG) konform, aber dazu später mehr (*). Die 8 cm lange Spearpointklinge aus 440 C Stahl (an manchen Stellen wird nur von 440 A geschrieben, das ist  aber lt. den Angaben bei Walther nicht richtig) hat im hinteren Drittel einen Wellenschliff und verfügt über eine Linerlock Verriegelung. Mit einer Stärke von 2,7 Millimetern erscheint mir die Klinge auch ausreichend stabil für den Outdooreinsatz. Die Gesamtlänge beträgt 19,8 cm bei 240 Gramm. Zugegeben, der Griff erfordert schon eine etwas größere Hand. Die übrigen Werkzeuge sind funktionell und realtiv leicht zu erreichen. Die Zange ist genau das, was ich erwartet (oder erhofft) hatte: ein stabiles Werzeug !

Was ich dann allerdings enttäuschend fand, ist der Adapter für den aufsteckbaren Bithalter. Die Verbindung ist total wackelig und neigt dazu herunterzufallen. Die Kombination Halter – Bit wird nur durch Magnetkraft gehalten, was definitiv zu wenig ist ! Walther, bzw. UMAREX, was habt ihr euch dabei gedacht ? Das wirkt einfach billig !
Es gibt noch ein Walther MTK 2 mit der gleichen Ausstattung, aber überarbeitetem Griff und ein Walther MTK 3 mit anderer Bestückkung.

MTK Multitool steckt in einem BaumstammBei diversen „Einsätzen“ war das Walther Multitool jetzt schon mit draußen und hat genau das getan, was ich erwartet habe. Die Klinge ist nicht „rasiermesserscharf“, muß sie ja auch nicht sein, aber schneidet gut. Man kann mit ihr schnitzen und auch wunderbare Feathersticks herstellen.  Der Wellenschliff … bis jetzt habe ich ihn noch nicht gebraucht. Batonen würde ich damit nicht (übrigens würde ich das mit keinem Taschen- bzw. Klappmesser empfehlen !) –  warum auch ? Der Kapselheber funktioniert, das Öffnen von Dosen steht noch aus. Die Zange … die stellt alles in den Schatten, was ich bisher an Zangen an Multitools ausprobieren konnte.

Mein Fazit: Für den Preis ein wirklich brauchbares Multitool !

(*) Der Hack, der euer MTK vom bösen Einhandmesser zum §42a konformen Multitool macht:
(Heutzutage ist ja alles, was etwas verändert, erleichtert oder möglich macht, gleich ein Hack – ich liebe diese hochtrabende Zeit.)
Aber zum Thema …

In irgendeiner Rezension schrieb jemand, dass er es nicht gut findet, dass sein MTK ja ein Einhandmesser ist, aber man könne ja den Daumenpin wegflexen – ja klar, kann man. Muß man aber nicht.
Er ist ganz leicht mit einem Torx-Schraubendreher (T7) zu entfernen ! Dann noch einen Nagelhau in die Klinge fräsen und schon ist alles gut.

Hmmmm … so eine PPK als Schreckschuß- oder Airsoftpistole … 🙂

Tactical Backpack ?

Ein Rucksack – oder wie der Outdoorer von heute sagt: Backpack – mußte her.

Da liest und hört man ja unglaublich viel von „taktischen Rucksäcken“, so ein Tactical Backpack macht wohl die ganze Arbeit alleine und man ist auch direkt viel mobiler, getarnter und einfach wichtiger.
Oder wie ?
Auf Youtube sind sie zumindest alle taktisch unterwegs, wenn sie unterwegs sind.

Mir schwebte etwas vor, das meine Titan Daypacks ersetzten sollte, so ungefähr bis 40 Liter und mit mehreren unabhängigen Taschen. Da ich damit keine kilometerlangen Wanderungen mit schwerem Gewicht unternehmen werde, braucht es auch keine besonder Trekkingtauglichkeit. Halbwegs bequeme Tragegurte und Hüftgurte sollte er haben und vorzugsweise in schwarz zu bekommen sein.
Die klassische Rucksackform schied dann sehr schnell aus und ich landete tasächlich bei den „taktischen“ Vetretern – ok, dann soll das eben so ein Backpack sein. In Preisregionen wie bei Tasmanien Tiger wollte ich allerdings nicht vorstoßen. Es kann wohl sein, dass wenn man ihn täglich auch unter wiedrigsten Bedingungen braucht, sich ein solcher Rucksack durchaus auch bezahlt macht. Aber bei mir als Gelegenheitsnutzer sollte doch auch etwas preiswerteres durchaus sinnvoll sein.
Spätestens nach Fritz Meineckes 7 vs Wild kennt man ja den bw-onlin-shop, ergo mußte ich dort auch mal schauen – und siehe da, ich wurde fündig.
Ein US Cooper Assault BackpackUS Cooper Backpack hieß das Stichwort.

Wegen schneller Lieferung und so guckte ich dann noch bei Amazon und fand den US Cooper Assault Backpack (warum Assault, der ist doch dann eigentlich von Mil-Tec ?) und auch einen Brandit US Cooper Pack, beide mit 40 Liter Volumen. Das wollte ich doch so haben.
Hmmm … wo ist der Unterschied bei den beiden ?
In den Beschreibungen war keiner auszumachen.
Also bestellte ich mir beide und schnell wie Amazon nun mal sein kann, kamen sie auch ruckzuck an.Ein Brandit US Cooper Pack

3 Punkte fielen sehr schnell auf:
Schwarz ist nicht gleich Schwarz – der Brandit ist Tiefschwarz.
Die Rucksäcke zieren (kleine) unterschiedliche Logos: einmal von Brandit und eineml das Symbol vom bw-online-shop.
Im Hauptfach sind unterschiedliche Einnäher mit Produktinformationen: einmal schwarz und eimnal weiß (mit mehr Informationen) – aber beide ziert das gleiche Logo.

Dann machte ich mich natürlich auf die Suche: Reißverschlüsse, Schnallen, Bänder – alles gleich.
Verarbeitung: dem Preis entsprechend sehr gut .. die gleichen Knötchen in den Nähten an schwierigen Stellen.
Aber das Material … da waren doch wieder kleine Unterschiede zu bemerken. Schon die Farbe ließ es ja vermuten, dass da beim Stoff etwas anders ein mußte. Die Beschichtung beim Brandit macht einen etwas wertigeren Eindruck, die Haptik ist im gesamten etwas gefälliger.
Die Kunststofeinlagen im Inneren weisen eine textile Struktur auf, während man beim bw-online-shop Modell eher eine Plastikfolie angreift.
Blick auf die Vernähung des GriffsDie Vernähung des Tragegriffs wurde dann auch entsprechend mit zwei Folienquadraten zusätzlich hintersichert – was bei dem Material des Brandit wohl nicht notwendig zu sein scheint.
Wie sich das dann im Alltagsgebrauch erweisen wird … ich werde sehen.Die Vernähung des Griffs beim Brandit Modell

Letztendlich muß ich aber sagen, die Unterschiede fallen wirklich nur im direkten Vergleich auf und im bw-online-shop ist die „Hausmarke“ ca. 5 Euro preiswerter als der Brandit. Bei meinem Kauf bei Amazon sah es aber anders aus, da war tatsächlich der Brandit 6 Euro billiger.
Warum wurde der es dann letztendlich auch ?
Weil man beim bw-online-shop oder bei Amazon mit den Rucksäcken schlampig umgeht: der Bacvhpack kam fest aufgerollt bei mir an und so muß er auch schon über einen längeren Zeitraum gelagert worden sein. Die Schnallen des Tragesystems hatten sich tief in die Rückenpolsterung gegraben und dort eineige Löcher im Schaum hinterlassen. Diese machen nicht den Eindruck als würden sie sich wieder ausdehnen.
Damit war dann der Ausschlag für den Brandit US Cooper Backpack gegeben.

Trotzdem (m)ein Fazit für Produkte des bw-online-shops: das werde ich mir genauer ansehen, scheint sich von der Qualität durchaus lohnen zu können.

Kalt im Schlafsack ?

Ich will ja diesen Winter noch die eine oder andere Nacht draußen verbringen (am liebsten auch noch mit Schnee). Da ich aber jetzt keinen Carinthia Defence * mein Eigen nenne, versuche ich mit den leicht veränderten Mitteln vom 1. Advent durch den Winter zu kommen. Den absoluten Schwachpunkt (in Sachen Wärmeisolation, ansonsten ist die Matte klasse) FORCLAZ Trekking – MT500 Air habe ich gegen eine EXPED Dura 6R (in LW) ausgetauscht, die sollte jetzt auch einen Trip ins Hochgebirge möglich machen – zumindest was die Isolation nach unten betrifft. Ich hatte ja versucht der Kälte mit diesen Knickwärmekissen (Handwärmer) entgegen zu wirken – hat aber nicht wirklich funktioniert. Die Kissen halten einfach die Wärme nicht lange genug.

Auf Youtube fand ich den Hinweis zu Thermopads: durch eine chemische Reaktion, in Verbindung mit Luftsauerstoff, erzeugen die Thermopads Hitze, angeblich maximal 60 ° Celsius und das bis zu 12 Stunden. Klingt ja schon ganz anders als diese Natriumacetat-Kissen. Heute habe ich einfach mal eines dieser Thermopads, welche ich mir bei Amazon bestellt hatte,  (Größe „Rückenwärmer“) ausprobiert und muß sagen, funktioniert so weit. Wenn das jetzt auch noch bei Minustemperaturen eine merkliche Wärme in den Schlafsack zaubert … Wir werden sehen.

thermopad Rückenwärmer: „Luft-aktivierte Rückenwärmer mit einer Textilklebefläche. SieBild von thermopad Wärmekissen können an beliebiger Stelle des Körpers auf der Kleidung angebracht werden und geben bis zu 12 Stunden Wärme ab.“ so sagt der Hersteller dazu. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und auch in unterschiedlichen Mengen.

Die Wärmeverteilung auf dem Thermopad ist recht ungleichmäßig und 60 Grad wurden nicht erreicht, aber auch nach ca. 9 Stunden hatte es im Durchsnitt noch gut 42 Grad. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich die Wärme entwickelte und nach 10 Minuten waren gerade mal 35 ° Ceslsius erreicht – aber dann halten sie wirklich lange durch.

Trockenanzug oder Neopren

Benutze ich einen Trockenanzug oder doch einen (Nass)Neoprenanzug ?

Diese Überlegung haben wir ja seit dem Beginn unserer „Paddellaufbahn“: was ist besser oder bequemer. Hatten wir uns doch zum Kanadier Neoprenanzüge gekauft und diese auf ihre Isolationswirkung ja mittelerweile auch ausgiebig getestet. Beim Schwimmen in 3 Grad kaltem Wasser sind sie hervorragend, 30 Minuten hielten wir ohne Probleme aus – es ginge locker auch noch länger. Allerdings sind sie nicht ganz so bequem und das An- und Ausziehen ist eher umständlich, außerdem sind sie sehr voluminös und nass dann recht schwer. Da würde ein Trockenanzug sicher eher punkten können.

Aber warum überhaupt spezielle Anzüge zum Paddeln ? Eine Regenhose und eine Paddeljacke halten doch auch trocken ?

Ja sicher und es gibt auch einige Menschen, die so fahren „Ich bin bisher noch ins Wasser gefallen und das habe ich auch weiterhin nicht vor. Was warmes darunter, das reicht“. Im Sommer, Luft und Wasser sind warm, mag so etwas gehen. Sind die Wassertemperaturen zweistellig und man kann schnell wieder ins Boot, oder an Land und sich zeitnah trockene Sachen anziehen, dann geht das sicher auch noch. Aber irgendwann wird es grenzwertig, oder sogar leichtsinnig. Zu schnell verliert man die Möglichkeit sich gezielt zu bewegen und die motorischen Körperfunktionen lassen nach – das trifft auch einen guten Schwimmer, für den ich mich durchaus halte.

Wenn man dann noch mit einem Luftboot unterwegs ist, ganz besonders wenn diese, wie im Falle unserer Packrafts, nur über eine Luftkammer verfügen, sieht die Situation ganz anders aus. Da ist im Ernstfall kein Boot mehr, in das man sich zurückziehen kann, die Selbstrettung hat schwimmend zu erfolgen – außerdem möchte man ja möglicherweise  seine Ausrüstung auch bergen. Lufttemperatur – 3 Grad, die des Wassers liegt knapp über dem Gefrierpunkt und das Boot verliert auf dem Fluß – der ist ja nicht immer nur 10 Meter breit – oder auf dem See immer schneller an Luft. In einem solchen Moment möchte ich nicht lediglich warme Klamotten mit Regenkleidung darüber tragen. Im Neoprenanzug wüßte ich, dass mir nicht passieren wird. Der zusätzliche Auftrieb des Neos plus der Schwimmhilfe(-weste) würden einen Rückweg ans Ufer sicher gewährleisten und auch um die Kälte würde ich mir keine Sorgen machen. Aber wie schon gesagt, Neos sind nicht bequem und auch nicht so leicht zu transportieren. Spielt Platz doch beim Umgang mit Packrafts durchaus eine (entscheidende) Rolle.

Da kommen dann die Trockenanzüge ins Spiel.

Kleineres Packmaß, viel leichter vom Gewicht her und auch die Beweglichkeit wird nicht so stark eingeschränkt. Durchaus Argumente, die den hohen Anschaffunsgwiderstand wett machen können. Isolierende Unterbekleidung vorausgesetzt, machen sie einen Aufenthalt im kalten Wasser dann ebenso erträglich wie sicher.

Gelesen habe ich ja jetzt das eine oder andere zum Thema, auch Youtube liefert wieder hilfreiche Filme, aber letztendlich muß man es doch ausprobieren und sehen, wie sich so ein Trockenanzug trägt. Zu den technischen Voraussetzungen habe ich im Beitrag „Trockenanzug beim Paddeln“ bereits etwas geschrieben, ging es mir dann mehr um die Gesichtspunkte warum und was.

„Warum“ ist eigentlich ganz klar zu beantworten, sagte ich ja auch bereits in den Vorüberlegungen: die Sicherheit in der kalten Jahreszeit hat für mich absolute Priorität. Einen Zugewinn an Bequemlichkeit, wenn man beim Wildwasserfahren auch im Sommer nicht nass wird, oder es eigentlich egal ist, ob es gerade wie aus Eimern regnet, ist dann beim Trockenanzug noch ein zusätzliches Schmankerl.

„Was“ machte dann doch mehr Kopfzerbrechen. Neopren war ja schon da. Trockenanzüge sind recht teuer, denn das Billigsegment hatte ich bewußt ausgeklammert. Gegen unsere Neos sprach immer mehr der logistische Aspekt, welcher im Zusammenhang mit dem Kanadier und dem dabei notwenigen Transportmittel Auto, ja keine große Rolle spielte. Aber beim Pack- und Bikerafting sieht das mit Platz und Gewicht doch wieder ganz anders aus.

Es ging dann letztendlich nur noch um die Frage: welcher Anzug soll es denn sein ? Wie die Entscheidungsfindung dann weiter ging, läßt sich auf der Seite Paddelausrüstung verfolgen.

Zum Schluß landeten wir bei Trockenanzügen von Palm Equipment. Diese haben ihre Tauglichkeit (für uns) auch schon unter Beweis gestellt – siehe „Unsere erste Tour auf der Sieg“

 

Outdoornahrung

Besondere Outdoornahrung – muß das wirklich sein ?

Wenn man sich auf einen einfachen Campingtrip, auf Overnighter im heimischen Wald, oder doch auf das große Abenteuer vorbereitet, die Zusammenstellung der Verpflegung fordert einen Großteil des notwendigen Platzes. Die Verkäufer von Outdoornahrung versprechen auch da einen gewissen Vorteil gegenüber „normaler“ Verpflegung.

Das sind wohl die Punkte, mit denen die Outdoorkost punkten soll:
– geringer Platzverbrauch und geringes Gewicht (wobei das eher relativ ist, aber darauf komme ich noch)
– höherer Energiegehalt als normales Essen
– leichte und schnelle Zubereitung

In Punkto geringem Platzverbrauch liegen die Tüten wahrlich weit vorne, sind sie doch kleine und handlich. Beim Gewicht gilt es allerdings die notwendige Wassermenge von 400 – 600 ml (also 400 bis 600 Gramm) pro Portion zu berücksichtigen. Bin ich in einer Situation, wo ich nicht ständig auf Wasser zugreifen kann, muß ich dieses zusätzlich transportieren –> Mehrgewicht, welches zu berücksichtigen ist.
Beim höheren Energiegehalt gilt es ganz genau hinzusehen, sehr häufig hat die Tütensuppe aus dem Supermarkt den gleichen Brennwert – aber zu einem Bruchteil des Preises.
Die Zubereitung … na, leichter kann es wirklich nicht sein: Wasser erhitzen, in den Beutel gießen, warten.

Also spricht doch nichts gegen die „Tactical-Food-Beutel“ ? Na ja, der Preis solcher Trekkingnahrung ist schon happig. Wir haben im Spreewald auch zwei davon ausprobiert (von Adventure Menu) und fanden sie geschmacklich nicht verkehrt. Durch einen Bedienfehler (falsche Markierung im Beutel für die notwendige Wassermenge benutzt) wurde das Ganze eher eine Suppe, also nicht die erwartete Konsistenz, was aber nicht störte. Ist man allerdings von Allergien und Unverträglichkeiten geplagt, wird es schwierig ein abwechslungsreiches Angebot zusammenzustellen.
Also was tun ?
Ganz klar, selber machen !

Getrocknetes Gemüse (Mais, Paprika, Karotten, Zwiebeln etc.) kann man in verwertbaren Mengen und zu moderaten Preisen kaufen, ebenso Instantnudeln und andere Sattmacher. Wie z. B. Reis, Couscous und Kartoffelpüree (ist auch ungeschwefelt zu bekommen !). Für eine zünftige Pasta Bolognese gibt es die Jackfrucht als Fleischersatz. Um sahbig-cremige Soßen zu erzeugen sind wir noch auf der Suche nach laktosefreiem Milchpulver, welches man nicht mit Gold aufwiegen muß.
Das Ganze kann man dann nach eigenem Gutdünken würzen und weiß genau was drin ist.
Einen ersten Test mit Dinkel-Mie-Nudeln haben wir jetzt gemacht, eben als Pasta Bolognese. Unser Fazit: Das geht wunderbar, ist ausbaufähig !

Wir werden uns jetzt einen Grundvorrat an Zutaten zulegen und die experimentelle Küche kann beginnen. So gehen wir dann hoffentlich gut vorbereitet in die kommende Outdoorsaison und dann unsere eigenen Kreationen an Outdoornahrung.

Trockenanzug beim Paddeln

Was ist eigentlich ein Trockenanzug ?

Zur Klarstellung vorneweg: es ist hier nicht die Rede von Trockentauchanzügen ! Als erstes soll eine solcher Trockenanzug das tun, was der Name verspricht: Er soll den Träger (oder die Trägerin) trocken halten – und darüber hinaus Wärmeverlust (bzw. Unterkühlung) verhindern. Die Nässe abzuhalten kann einfach den Paddelspass erhöhen, z. B. bei intensiven Wildwasserfahrten oder auch bei Dauerregen. Alleine das man ständig nass ist, wird auf lange Zeit zu Unterkühlung führen. Besonders kritisch wird das allerdings dann, wenn man bei kalten Temperaturen dem Wasser ausgesetzt wird – da kann es auch schnell lebensbedrohlich werden.

Trockenanzug in unterschiedlichen Versionen

Drei Trockenanzüge vom Einstiegsmodel bis zur Oberklasse: Dry Fashion Sailing, Palm Cascade (Frauenausführung) und der NRS Axiom.

Den Schutz vor Wasser erfüllt der Anzug durch wasserdichte Materialien, bzw. Membranen und wasserdichte Abschlüsse an Füssen, Händen und am Hals. Das ergibt aber keinen Kälteschutz, der muß durch eine entsprechende Unterbekleidung – z. B. Fleece – im Trockenanzug erreicht werden. Der Anzug hat durch seine Materialbeschaffenheit keinerlei Wärmeisolation.
Für die Funktion als Trockenanzug ist es natürlich unerlässlich, das kein Wasser eindringen kann, deshalb werden spezielle Reißverschlüsse (z. B. TIZIP MasterSeal oder YKK AQUASEAL) verwendet, sie müssen Wasser- und Druckdicht sein. Arm- und Halsabschluß sind aus Neopren (nicht vollständig dicht, aber möglicherweise angenehmer zu tragen), oder aus Latex gefertigt. Latexabschlüsse sind deutlich dichter aber auch enger. Als Schutz vor UV-Strahlung sollten diese Manschetten besser über Überwürfe aus Neopren verfügen. An den Füßen kann man entweder Abschlüsse oder Füßlinge aus unterschiedlichen Materialien haben. Letztere sorgen für einen trockenen und somit wärmeren, Fuß. Sind aber empfindlich und bedürfen eines besonderen Schutzes (Neoprensocken z. B. die man drüber zieht) um die Langlebigkeit zu erhöhen.
Die Preisspanne solcher Anzüge ist weitgefächert: teils schon für 150.- Euro bis weit über 1500.- je nach Verwendungszweck und Komfortanspruch. Das unterste Preissegment, bei diversen Online-Versandanbietern, sollte man sich wirklich gut überlegen, Qualität hat auch hier ihren Preis. Im eiskalten Wasser und bei Minustemperaturen muß man sich auf seinen Trockenanzug verlassen können ! Beim Material hat man die Wahl zwischen atmungsaktiven und nicht (oder weniger) atmungsaktiven Stoffen … 2, 3, 4 lagig, Gore-Tex oder nicht. Ansonsten ist zu beachten, was man machen möchte – die Häufigkeit der Benutzung ist sicher auch ein Kriterium – und wie viel Wert man auf besonderen „Luxus“ legt: Hosenträgersysteme für bessern Sitz, eingearbeitet Gürtel, zusätzliche Taschen, einen (doppelten) Kamin für die Spritzschürze … … … Alles das schlägt sich natürlich im Preis nieder. Ach ja, eines hätte ich fast vergessen: Wenn man – oder auch Frau – mal muß. Es gibt spezielle Pee-Zips, bei der Männerversion im vorderen unteren Bereich und bei Frauenanzügen hinten quer angebracht.
In Kombination mit einer isolierenden Unterbekleidung, je nach Umgebungstemperatur mehr oder weniger, kann ein solcher Trockenanzug das Überleben sichern. Von (Merino)Unterwäsche, Joggingbekleidung, speziellen Unterziehern, oder einfach der normalen Treckingkleidung, ist darunter ja alles machbar.
So ein Anzug bedarf natürlich auch einer gewissen Pflege. Die Reißverschlüsse müssen sauber und gängig gehalten (Silikonfett) werden, Latexmanschetten regelmäßig mit Talkum einreiben, den restlichen Anzug sauber halten und auf Undichtigkeiten kontrollieren.

Dann gibt es da noch den Mythos zum Thema Sicherheit, der sich hartnäckig hält:

Wenn der Anzug ein Loch hat, dringt Wasser ein und man geht unter !
Das ist, gelinde gesagt, absoluter Blödsinn !!!
Was wiegt Wasser im Wasser ? Richtig immer das gleiche, außerhalb und innerhalb des Anzuges. Warum sollte man also untergehen ? Wasser dringt auch nicht schlagartig durch ein Loch ein, da der Wasserdruck den Anzug an den Körper preßt. Sollte man einen Reißverschluss offen gelassen haben dringt natürlich mehr ein – befindet man sich dann auch noch in der Strömung und hält sich irgendwo fest, geht es natürlich viel schneller – was den Anzug höchstens unbeweglicher macht. Ein Zurückklettern aufs Board oder ins Boot gestaltet sich dann sehr viel schwieriger, oder wird möglicherweise auch unmöglich. Aber man geht nicht unter und kann auch weiterhin schwimmen.
Taucher (in Trockentauchanzügen) sinken aber doch tiefer, wenn sie Wasser in den Anzug bekommen ? Ja, wenn er mit eingebrachter Luft seinen Auftrieb über den Anzug regelt (austariert) und dieser Auftrieb dann wegfällt, sinkt der Taucher, mehr oder weniger schnell – im Gegensatz zum Paddler trägt der Taucher aber auch (Blei)Gewichte.

Was nicht über Bord gehen soll …

… muß man anbinden.

Da sind zum Beispiel Handy und GoPro, bei denen ich mir immer Gedanken mache, wie ich vermeide sie zu verlieren. Das Handy benutze ich häufig doch etwas sorglos und gehe da Risiken ein. Wenn es einfach so auf dem Spritzdeck liegt, könnte es schon wie auf einem Trampolin von Bord katapultiert werden –  es braucht nur die richtige Welle. Die GoPro ist zwar gesichert, wenn sie auf dem Schwanenhals ist, aber was ist beim Akkuwechsel ? Richtig, da habe ich sie einfach nur in der Hand. Also galt es da etwas zu tun …

Sicherungspad für HandyBeim Handy läßt sich ja auf fertige Produkte zurückgreifen und sei es so ein wasserdichter Plastikbeutel. Wenn das Handy schon wasserdicht ist (ist es, habe ich schon eingehend getestet), dann wollte ich darauf auch verzichten, machen sie die Bedienung doch nicht einfacher. Janine machte mich auf genau das richtige Produkt aufmerksam: ein PE-Pad mit einer kleinenHandy mit Lanyard gesichert Lasche, an der ein D-Ring befestigt ist. So etwas wie dieses hier. Das ganze wird im Bumper verklebt und die Lasche durch die Öffnung für den USB-Stecker geführt. Die Lasche ist dünn genug, um den Stecker nicht zu behindern. Das ganze funktioniert wunderbar.

 

Für die GoPro scheint es tatsächlichts nichts adäquates zu geben, um die Kamera zu sichern, wenn man sie aus dem Gehäuse oder Rahmen nimmt – zumindest habe ich nichts dergleichen gefunden. Aber so ein Haushalt, in dem eine schneidernde Frau zuhause ist, hat immer irgendwelche Stoff-Fummel-Pröbchen herumfliegen. So auch bei uns, sie wurden für andere (Outdoor)Zwecke geordert und dabei war dann auch genau das richtige Material vorhanden. Ein Ripstop-Nylon, GoPro mit Lanyard gesichertaus dem sich ein kleiner Patch schneiden ließ, einen Spalt in die Mitte und dadurch eine kleine Schlaufe des gleichen Materials ziehen, auf der Rückseite verkleben und trocknen lassen. Das ganze Konstrukt habe ich mir dann unten auf die Vorderseite meiner GoPro geklebt (UHU plus schnellfest 2K). Mittels Karabiner wird dann ein Band befestigt und schon ist die Kamera auch beim Akkuwechsel gesichert.

Der Kletterrucksack – oder: Wie transportiere Ich Meine Kletterausrüstung ?

So einen geeigneten Kletterucksack finden und nicht Unsummen dafür ausgeben, das war das erklärte Vorhaben.

Eines war mir klar, mit 25 – 40 Liter komme ich nicht aus, der benötigte Platz ist doch schon größer als so ein Daypack hergeben könnte. Bei den bekannten Herstellern (z. B. Edelrid, Mammut, Petzl, Salewa und noch einige andere ) für Kletterausrüstung gibt es ja eine Vielzahl an Packtaschen, sowie Ruck- und Packsäcke, aber die meisten haben auch stolze Preise.  Alter Bundeswehr Seesack in olivIrgendwann fiel mir mein mehr als 30 Jahre alter BW-Seesack ein, der müßte doch auf jeden Fall groß genug sein. Da ich ihn auch nicht jeden Tag und auf langen Trekkingtouren benutzen möchte, sollte der doch ausreichen … hmmm.
Ok, der ist schon recht groß.
Paßte doch alles rein, was ich so aufbieten kann und es wäre noch immer Platz. Allerdings ist die Form, die er dann auf dem Rücken einnimmt, sehr unbequem und auch die Tragegurte sind zu schmal, als dass sie nicht einschneiden würden. Die obere Befestigung der Tragegurte drückt unangenehm auf die Schulterblätter und der untere Rand des Seesacks genau auf die Lendenwirbel. Das war mit ca 10 kg, nach ebenso vielen Kilometern, nur noch unangenehm.
Also nicht praktikabel.

Kletterausrüstung vor SeesackBei Amazon sah ich dann einen Seesack der Marke normani. Diesen gibt es auch in diversen Farben, also nicht nur oliv – und passenderweise auch in schwarz. Soll 90 Liter Volumen haben und einen seitlichen Tragegriff, sowie gepolsterte Schultergurte. Gefertigt aus Baumwoll-Canvas, da könnte man ihn möglicherweise sogar imprägnieren.
Nun ist er da und auch schon beladen.
Auch hier paßt alles rein: Große Rundschlinge als Ankerpunkt, 50 Meter Aufstiegsseil, 15 Meter kurzes Seil, Kurzsicherung, Klettergurt (Petzl Avao Sit), Helm (KASK Superplasma PL), I’D S und ASCENSION, dazu noch diverser Kleinkram (Karabiner etc). Knappe 15 kg verschwanden in dem Seesack „submariner“. Ein bisschen ginge noch rein, ein weiteres Seil zum Beispiel.

Hier die Eckdaten zum Seesack:

Material: 100 % Baumwolle
Volumen: 90 Liter
Höhe: 78 cm
Grundfläche: 32 x 27 cm
Gewicht: 1.227 g
Die „gepolsterten Schultergurte“ na ja, gepolstert ist anders. Aber da kann man ja mit Polstern anderer Hersteller nachrüsten. Auch im unteren Rücken wäre eine leichte Polsterung sicher nicht schlecht.Gefüllter 90 Liter Seesack von normani

Scharfkantige Sachen sollte man vom Stoff des Seesackes fernhalten, ansonsten macht er einen soliden Eindruck.
Natürlich trägt er sich nicht wie ein ausgeklügelter Trekkingrucksack mit entsprechendem Gurtsystem, aber für weniger anspruchsvolle Einsätze duchaus geeignet. Das ganze dann für ca 35 Euro finde ich schon überzeugend.

Wie er sich dann im Alltag schlägt werde ich noch erzählen …