Wasser war schon immer faszinierend, jetzt hat es mich entgültig erwischt – oder sollte ich sagen uns ?

Endlich sind wir doch noch unter die Bootsbesitzer gegangen und nennen einen 4,3 Meter langen Kajütkreuzer unser Eigen. Wir suchten ja schon länger nach einem Kanadier, der Gedanke befiel uns bereits vor ca 3 Jahren. Damals hatten wir die Option ein solches Boot mit dem ganzen Zubehör übernehmen zu können, leider wurde das Boot aber dann irreparabel beschädigt, der Traum fiel also ins Wasser. Aber jetzt war er wieder da. Es hatte mal jemand von einem Bootsbauer ein verrücktes Objekt gekauft und wollte das nun veräußern. Uns gefielen Form und Preisvorstellung auf Anhieb. Also guckten wir es uns an und fanden keine Auffälligkeiten, so wurden wir uns schnell einig, das Geld und Boot wechselten den Besitzer. Boot aufs Dach und im strömenden Regen, es goß zeitweilig wie aus Badewannen, wieder nachhause. Wo wir dann zum Glück im Trockenen ankamen, was das Abladen deutlich erleichterte.

Ein Kanadier (auch Canadier) ist ja eigentlich ein (meist) oben offenes Boot, aus der Klasse der Kanus. Also ein mit Paddeln in Blickrichtung bewegtes Kleinwasserfahrzeug. Nicht dieses. Es hat ein Holzdeck und zwei Einstiegsöffnungen, ähnlich einem Kajak, aber die Rumpfform eines Kanadiers.

Diese etwas außergewöhnliche Form hat uns bei dem Boot sofort überzeugt und wir werden sehen, wie es sich in Zukunft erweisen wird. Erste Fahrten auf dem Otto-Maigler-See, der ja hier im Raum fürs Paddeln und Rudern bekannt ist (natürlich auch das Strandbad mit seinen häufigen Musikveranstaltungen), machen jedenfalls jetzt schon Lust auf mehr. Den See werden wir nutzen, um uns die grundlegenden Techniken anzueignen, bevor es dann auf Fließgewässer und größere Seen geht. Mit zwei Leuten geradeaus zu paddeln kann durchaus eine Herausforderung sein. Das fängt schon mit der richtigen Länge der Stechpaddel an, sitzen wir doch direkt auf – oder jetzt knapp über –  dem Bootsboden. Also waren unser ersten Paddel eher zu lang … aber es findet sich immer eine Lösung.

        

Die immer frühet einsetzende Dunkelheit macht es jetzt nicht leicht, unter der Woche noch Zeit fürs Paddeln zu finden und am Wochenende regnet es dann natürlich. Zumal uns ja auch durch die Planung der (für uns) am geeignetesten erscheinenden Kleidung eine weitere Idee kam. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Also das Boot war da, zum Transport auf dem Auto ist auch alles vorhanden. Einen Bootswagen für die Überlandpassagen haben wir ebenfalls. Spannriemen etc, vorhanden. Die Technik zum Verladen des Bootes – na ja, wir arbeiten noch an einer optimalen Lösung. Der Kanadier hat fast 40 kg, ein ordentliches Gewicht, das es aufs Autodach gestemmt werden möchte.  Sitze sind keine vorhanden, also müssen wir uns da etwas einfallen lassen, Sitzkissen aus EVA-Foam werden es jetzt erst einmal sein. Auftriebskörper einbauen, abdichten der Bug- und Heckkammern, abschleifen, richten und neulackieren des Holzdecks. Neuer Anstrich für den Rumpf … es gibt noch etwas zu tun. Eine Lösung für eine Spritzdecke wäre auch noch gut. Möglicherweise wird die eines Yoho 3 für unsere Bedürfnisse angepaßt werden.

 

Dann ist da noch das Thema Bekleidung. Im Sommer ja keine Frage. Schwimmwesten haben wir, Regenhosen und -jacken ebenfalls. Aber was machen wir jetzt im Winter und Frühjahr, da wollen wir eigentlich nicht pausieren, wenn’s geht.  Also wie handhaben es die alten Hasen und andere Anfänger ? Die einen sagen ganz einfach, wir fallen nicht ins Wasser ! Ok, das ist uns etwas zu mutig (oder unsicher). Andere nehmen warme Klamotten und darüber wasserdichte Paddelkleidung. Eine denkbare Lösung. Bei einer Kenterung werden wir aber möglicherweise etwas länge im Wasser verbringen und das Boot zum Ufer bugsieren müssen – ob das da noch ausreicht ? Dann gibt es noch die Anzugfraktionen, Nassneopren und auch Trocken(tauch)anzüge, bzw spezielle Paddellösungen. Der Gedanke an Neopren gefiel uns und wir überlegten, welche Stärke der wohl haben müßte. Sahen dann beim Tauchshop unserer Wahl einen 5,5 mm Anzug im Angebot. Janine also samstags hin und sich den mal angeschaut. Daraus wurde ein Anprobieren mehrerer Alternativen und dann doch ein ganz anderer. Von Aqualung in 5 mm  Stärke und einem besonders flexiblen Material. Erste Versuche von ihr ergaben ein gutes Ergebnis und dann war da ja auch noch die Sache mit dem Wasser …

 

… aber wie schon gesagt, dazu an anderer Stelle mehr.  Beides funktioniert allerdings sehr gut und würde eine Kenterung nicht zum Risiko werden lassen –  das wollten wir ja auch so. Nun hoffen wir, dass wir solche Abendstimmungen in der nächsten Zeit noch häufiger genießen können.

Weiteres wird noch folgen …