Ein Stück Altmetall in Tornadorot …

  Golf 2 CL Inneraum Golf 2
Der Zahn der Zeit hat an dem Lack im Laufe der Jahrzente ganz schön genagt, aber dafür war das Tornadorot ja bekannt, ein wenig traurig stand er schon da – auch wenn man dem Innenraum das Alter fast nicht ansieht.Golf 2 frisch poliertFrisch poliert sieht der 89er Golf 2 1.6 CL Automatik doch auch nach 28 Jahren noch gut aus.

 

… oder doch ein schönes Beispiel für Automobilgeschichte der 80er Jahre ?

[… Volkswagen Golf II (VW-interne Bezeichnung: Typ 19E bzw. 1G1 ab 1989, 19EL für Nutzfahrzeugversion) ist ein Fahrzeugtyp der Marke Volkswagen, der zwischen August 1983 und Dezember 1992 über 6,3 Millionen Mal gebaut wurde. Er löste in der Kompaktklasse den 1974 vorgestellten Golf I ab. … … … Der Golf II setzte das technische Konzept des ersten Golf fort, wuchs jedoch bei den Außenabmessungen und der Leistung. Wie der Vorgänger war der Golf II als drei- und fünftürige Schräghecklimousine erhältlich. … … … ]

Wenn man die Beschreibung bei Wikipedia liest, wird man doch zumindest neugierig, oder ? Wer verbindet mit der von Giorgetto Giugiaro (für den Golf 1) entworfenen nüchternen Karosserieform nicht irgendwelche Jugenderinnerungen (also zumindest die nicht mehr ganz so jungen unter uns) ? Damals fuhr doch (gefühlt) fast jeder einen Golf, Varianten gab es ja genug. Lustige Sachen haben wir im Golf erlebt und so war es auch keine Frage, als sich die Möglichkeit bot einen zu adoptieren, dass wir kurzentschlossenes zusagten. So fand „unser zweier Golf“ (im Folgenden Töff-Töff genannt) seinen Weg zu uns. Wenn man die Reaktionen von Passanten und anderen Fahrern so beobachtet, scheinen eine Menge Menschen ebenfalls nette Erinnerungen an den Golf zu haben: ein Lächeln erntet man doch sehr oft.

Golf 2 im SonnenuntergangKombiinstrument mit DrehzahlmesserGolf 2 im Herbst
Golf 2 4 Augenfront

So war es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dieses Auto auch noch weiter erhalten zu wollen, die Substanz gab es allemal her. Also geht die Geschichte von Töff-Töff, auch nach jetzt 30 Jahren, noch weiter. Mittlerweile hat er ein  neues Kennzeichen bekommen, welches auf der rechten Seiten einen netten Buchstaben hat … richtig, ein H !

Eigentlich war es ja auch nicht schwer, Töff-Töff das Prädikat „historisch“ zu verpassen, aber eben nur eigentlich  … nun gut, dazu später mehr, jetzt ein paar Tips für den Weg zum großen H:

(M)ein historisches Fahrzeug – was, warum und wie

30 Jahre nach der Erstzulassung kann man sein Fahrzeug als „historisches Fahrzeug“ ummelden.
Dafür sind allerdings ein paar Dinge erforderlich:
– eine neue Hauptuntersuchung (auch wenn man gerade noch eine hat machen lassen … das solte man vorher bei der Planung berücksichtigen)

– eine Abnahme nach §23 StVZO (siehe auch  „Richtlinie für die Begutachtung von Oldtimern nach § 23 StVZ“ )

Dabei wird das Fahrzeug begutachtet, ob es als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ durchgeht. Entscheidend für ein positive Beurteilung sind der Gesamtzustand (das Fahrzeug sollte sich in einem guten Pflege- und Erhaltungszustand befinden, also wesentlich besser als „normale alte“ Fahrzeuge dastehen.), die technische Einsatzbereitschaft, der optische Eindruck, sowie Beschaffenheit und Ausstattung. Also z. B. Umbauten und Tuningmaßnahmen, diese machen keine Problem, solange sie für das Fahrzeug typisch und zeitgenössisch sind. (Als Faustregel kann man da nehmen: Was maximal 10 Jahre nach Erstzulassung möglich war, wird wahrscheinlich anerkannt werden).

Mit dem Gutachten und mit den üblichen Unterlagen für eine An- oder Ummeldung, kann man dann zum Strassenverkehrsamt (Zulassungsstelle) gehen und die Ummeldung auf ein historisches Fahrzeug durchführen. Ein paar Gedanken zum Kennzeichen sollte man sich zuvor vielleicht schon gemacht haben, wo man ein Wunschkennzeichen haben möchte. Es stehen einem maximal 7 Zeichen zur freien Verfügung, das 8 wird vom H in Anspruch genommen.
Damit spart man zum einen (möglicherweise) Steuern: fester Steuersatz von 191,73 Euro und kratzt voller Freude die grüne Plakette von der Windschutzscheibe. Das Befahren von Umweltzonen und Fahrverbotszonen für Benziner Euro 1 und 2 sowie Diesel Euro 4 und 5 ist möglich – Ausnahmen gibt es sicher auch dabei ! Als historisches Fahrezeug genießt man in Zukunft (hoffentlich) einen gewissen Schutz im Rahmen automobilen Kulturgutes. Die anfallenden Kosten sollten so um die 250 € liegen.

Ach ja, das wichtigste Thema zum Schluß: Die Versicherung.
Eigentlich genügt ja eine Haftpflichtversicherung und eigentlich muß einem die auch jeder Versicherer anbieten ….. eigentlich.
Möchte man keine Oldtimer-Versicherung, mit zugegeben preiswerten Tarifen, sondern sein Auto im Alltagsgebrauch benutzen, dann muß man schon fleißig nach einer geeigneten Versicherung suchen. Oldtimerversicherunge locken mit niedrigen Tarifen, aber mit ganz vielen Einschränkungen, als da zum Beispiel wären:
– nicht als Hauptfahrzeug
– Einschränkungen in der Laufleistung zwischen 5.000 und 8.000 km im Jahr
– Wertgutachen ab 5.000 Euro
… und noch diverse mehr.

Eine Sache mit Haken und Ösen, wie wir erkennen mußten.
Hat man sein Schätzchen dann richtig in Schuß gebracht, sollte man möglicherweise auch noch ein Wertgutachten erstellen lassen. Dies ist natürlich sehr hilfreich bei der Festsetzung des Preises, wenn man das Auto mal verkaufen möchte. Für die Einstufun bei der Versicherung kann es wichtig sein und in einem Schadensfall entscheidet es möglicherweise zwischen Altmetall und einem wirklichen Wertgegenstand.

Noch ein paar Worte zu der Benutzung (s)eines Oldtimers im Alltagsleben. Natürlich spielt es eine Rolle um welchen Typ es sich handelt und ganz wichtig ist wohl auch die individuelle Kilometerleistung. Bei jährlich 25.000 km werde ich wohl nicht meinen Oldie als daily driver nehmen. Selbst wenn die Ersatzteillage hervorragend und Reparaturen preiswert sein sollten. Aber ansonsten bleibt es eben ein Automobil und keine Immobilie – also sollte man es auch fahren, denn dafür wurde es ja einmal ursprünglich gebaut. Die entsprechende Pflege vorausgesetzt, wird es bestimmt noch lange Zeit mobil bleiben.

Wird fortgesetzt …