Die Zitadelle in Jülich ...

Eine bastionierte Befestigungsanlage, als Teil der Stadtbefestigung von Jülich (Festung Jülich), in der sich das herzoglichen Residenzschloß befand ...
Herzog Wilhelm V. ließ die Befestigung der Stadt von Alessandro Pasqualini im Stil der italienischen Renaissance planen und verwirklichen. Dabei wurden die Festungsanlagen in zwei Bereiche geteilt: Die Zitadelle im Norden, daran angrenzend und von dort beherrschbar, die Stadt mit ihren Befestigungen in Form von 4 Bastionen. Zwischen 1543 und 1580 wurde die Anlage geplant und gebaut. Mit einer Fläche von 6 ha entsprach alleine die Zitadelle dabei in etwa der Größe der damaligen Altstadt. Nach ihrer Fertigstellung galt die Festung als die mächtigste und größte Europas und bestand im Wesentlichen aus folgenden Elementen:
  • Bastion Wilhelmus oder auch Zitadellenbastion No. I
  • Südöstliche Bastion der Zitadelle, nur gering bedroht und vergleichsweise schwach ausgebaut

  • Bastion Marianne oder Maria Anna, auch Zitadellenbastion No. II
  • Nordöstliche Bastion, wegen ihrer Lage gegenüber der Merscher Höhe am meisten gefährdet und am schwersten befestigt

  • Bastion St. Salvator, auch Zitadellenbastion No. III
  • Nordwestliche Bastion, ebenfalls stark bedroht und gut ausgebaut

  • Bastion St. Johannes, auch Zitadellenbastion No. IV
  • Südwestliche Bastion, wenig gefährdet und daher schwach ausgebaut
und der Stadtbefestigung:
  • Bastion St. Sebastianus oder Stadtbastion No. I
  • Nordwestliche Bastion der Stadtbefestigung (Ecke Kuhlstraße / Schützenstraße), wegen der Nähe zur Zitadelle und der wenig bedrohten Position nur als Halbbastion ausgelegt. Später mit einem erhöhten Kavalier zum Schutz der Rurfront versehen.

  • Bastion St. Eleonore oder Stadtbastion No. II
  • Westlichste Bastion (Biegung der Schützenstraße nahe dem Hexenturm), schützte das Aachener Tor und den Rurübergang

  • Bastion St. Jakob oder Stadtbastion No. III
  • Südlichste Bastion (Ecke Bongardstraße / Am Aachener Tor), eher wenig bedroht. Schützte das Aachener Tor und die Bongardpforte

  • Bastion St. Franziskus oder Stadtbastion No. IV
  • Östliche Stadtbastion (Ecke Große Rurstraße / Poststraße am Neuen Rathaus), schützte das Kölntor
Von der Stadtbefestigung sind lediglich noch Reste vorhanden.
Die mächtigen Wälle der Zitadelle erreichten eine Höhe von 12 - 15 m und eine Stärke, an der Nordfront, von 42 m, sie haben einen Umfang von ca 1200 m. Umgeben ist das Ganze von einem 20 - 30 m breiten und bis zu 10 m tiefen Graben, der zeitweise geflutet wurde. Der Zugang zur Zitadelle erfolgte über 4 Poternen, von denen die zwei im Nord- bzw. Südwall noch öffentlich genutzt werden. Bis zu ihrer Entfestigung (1860) blieb sie in dieser Form fast vollständig unverändert, sie wurde allerdings mehrfach modernisiert und um zahlreiche Vorwerke und Aufbauten erweitert. Das herzögliche Schloß, im inneren der mächtigen Festung, hatte Grundsteinlegung am 30. April 1549 und stellte im Rheinland etwas völlig Neues dar, es verband repräsentativen als auch administrativen Zwecke und wurde wohl 1561 fertiggestellt. Im Laufe der Geschichte wurde das Schloß in eine Kaserne umgewandelt und von der einstigen Pracht war nichts mehr zu sehen. Die militärische Nutzung dauerte bis 1944, im November des Jahres brannte das Schloß nach einem weiteren Bombenangriff völlig aus.
Seit 1972 befindet sich dort das Gymnasium Zitadelle, die älteste noch bestehende Schule von Jülich - gegründet von Wilhelm V. (Wilhelm der Reiche).

Zur Seite der Stadt Jülich

Preußischer Festungsadler (Gußeisen), wie er einst über den Stadttoren hing Blick auf den südöstlichen Teil der Kontereskarpe Der südliche Wall mit der Pasqualini-Brücke
Grundriss der Jülichicher Befestigung Blick auf den Kanonenhof ... ... der Bastion St. Johannes
Zugang zur Zitadelle durch die Südpoterne Schön zu sehen, die gewundene Architektur. Teil der Nordfassade des Schlosses mit der Porta Rustica Der nördliche Zugang zur Zitadelle ...
... die Nordpoterne ... ... von deren damm, der Blick auf die Bastion Maria Anna ... sowie auf die Bastion St. Salvator. Deutlich die Bresche im nördl. Ohr. (Bild von Blatt25)
Die Apsis der Schloßkapelle mit ihrer doppelten Fensterordnung So, oder so ähnlich könnte Alessandro Pasqualini gearbeitet haben
Kugeln wurden hohl ... ... und streckten sich zu brisanten Geschossen Eine von zwei Glocken der Schloßkapelle Blick auf die Spitze der Bastion Wilhelmus ...
Der östliche Zugang
Blick auf die Rückseite von Maria Anna Westpoterne und Blick zum Kanonenhof der Bastion St. Salvator Geschütz auf der Westkurtine
Blick entlang der Bastion St. Johannes auf die südliche Kontereskarpe Die Spitze der Bastion St. Johannes (Bild von Blatt25) Schleuse Judas am Übergang zum ehem. Stadtgraben. (Bild von Blatt25) Die Pasqualini-Brücke, der Zugang zur Südpoterne
Freigelegte Fundamente der alten Brücke Der Hexenturm

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